Zoll-Gewinde in der Pneumatik

Erste schraubenartige Elemente tauchten bereits vor über 4.000 Jahren auf (u. a. in Mesopotamien). Die berühmte Archimedische Schraube (um 200 v. Chr.) diente jedoch dem Wassertransport und nicht als Verbindungselement. Im 15. und 16. Jahrhundert skizzierten Künstler und Gelehrte wie Leonardo da Vinci Gewindeschneidgeräte und mechanische Schrauben. Damals war jede Schraube ein teures, handgefertigtes Unikat. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hatte jede Werkstatt eigene Maße.

1841 schuf der Brite Sir Joseph Whitworth das weltweit erste genormte Gewinde (British Standard Whitworth) mit einem Flankenwinkel von 55°, in den USA entwickelte Sellers später ein 60°-Zoll-Gewinde, aus dem das heutige US-amerikanische UTS-Gewinde hervorging.

1949 Es entstand als weltweiter Standard aus verschiedenen europäischen Vorläufern (wie dem französischen S.I.-System) die deutsche Industrienorm und wurde in der modernen Form nach dem Zweiten Weltkrieg (Erstveröffentlichung DIN 13-1 im Februar 1949) festgeschrieben. Merkmale: 60° Flankenwinkel und Maße in Millimetern.

Wir, in der Pneumatik, verwenden im Bereich der Verschraubungen und Rohrgewinde heute noch das Britische BSP Gewinde (British Standard Pipe), es handelt sich um das Whitworth Rohrgewinde mit einem Flankenwinkel von 55°. Die Kennzeichnung G steht für ein gerades Gewinde, dieses Gewinde ist nicht selbstdichtend und bedarf also eine zusätzliche Dichtung! Die Kennzeichnung R steht für ein konisches Außengewinde, Rp für ein zylindrisches Innengewinde und Rc für ein konisches Innengewinde.

Die Größenangabe bei BSP-Gewinden (z. B. 1/2″, 3/4″, 1″) entspricht nicht dem tatsächlichen Außendurchmesser des Gewindes in Zoll, sondern leitet sich historisch vom Innendurchmesser des zu verarbeitenden Rohres ab. Ein 1-Zoll-BSP-Außengewinde misst an der Kante beispielsweise etwa 33 mm und keine 25,4 mm.